{"id":179,"date":"2014-06-25T18:13:21","date_gmt":"2014-06-25T16:13:21","guid":{"rendered":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/?p=179"},"modified":"2014-07-27T01:07:25","modified_gmt":"2014-07-26T23:07:25","slug":"jagdlust-halterfrust-oder-kommjetztendlichhier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/?p=179","title":{"rendered":"Jagdlust &#8211; Halterfrust oder&#8230; KOMM!JETZT!ENDLICH!HIER!"},"content":{"rendered":"<p>Jagdlust &#8211; Halterfrust oder&#8230;<br \/>\nKOMM!JETZT!ENDLICH!HIER!<br \/>\nAutor: Martina Wald, Hundehilfe Eifel, im M\u00e4rz 2010.<br \/>\n<span style=\"color: #ff0000; font-family: Arial Black; font-size: small;\">Dieser Text ist durch Copyright gesch\u00fctzt. Keine Vervielf\u00e4ltigung ohne schriftlich Genehmigung des Autors gestattet. Wir danken Martina f\u00fcr die Genehmigung)<\/span><\/p>\n<p>Als stolze Besitzerin einer h\u00f6chst jagdtriebigen Podenco-Mix-H\u00fcndin habe ich mich vor einigen Jahren eingereiht in die Riege leidgeplagter Hundehalter \u2013 meine Sympathie ist ihnen auch heute noch sicher!<br \/>\nKein fremder Hund, den ich mir deshalb nicht so ganz \u201enebenbei\u201c anschaue und unwillk\u00fcrlich R\u00fcckschl\u00fcsse aus seinem Verhalten ziehe \u2013 insbesondere, wenn er in die Kategorie \u201ejagdfiebriger Einzelk\u00e4mpfer\u201c f\u00e4llt. Und die Gespr\u00e4che, die man \u2013 wohl oder \u00fcbel \u2013 mith\u00f6rt ( \u201each, der Hund von Herrn X jagt auch\u2026?\u201c) bzw. in solche verstrickt wird (\u201eja, mein Hund ist ein J\u00e4ger durch und durch, aber nein, nicht unkontrolliert\u201c), vermitteln eine Menge Solidarit\u00e4t nebst gelegentlichem Wohlf\u00fchlfaktor.<br \/>\nSolche Gespr\u00e4che sind mitunter eine innerliche Gratwanderung &#8211; soll man nun aus Sicht eines Betroffenen Stellung nehmen und Ratschl\u00e4ge verteilen (die meistens ungenutzt verpuffen, sobald mein unbekanntes Gegen\u00fcber erkennt, dass diese mit Arbeit verbunden sind) oder hinterfragen, warum man sich \u00fcberhaupt eine \u201esolche\u201c Rasse zugelegt hat? Wieso schafft man sich eine \u201ejagende\u201c Rasse an, wenn man doch gar keinen Jagdtrieb haben m\u00f6chte bzw. nutzen kann? W\u00e4re doch so, als w\u00fcrde man sich einen Kanarienvogel kaufen und sich \u00e4rgern, dass er singen m\u00f6chte. Um sich im n\u00e4chsten Schritt Gedanken zu machen, wen man denn als Fachmann konsultieren k\u00f6nnte, um das Singen abzustellen\u2026<br \/>\nDennoch \u2013 es ist ein \u201eKraut\u201c gewachsen gegen immerw\u00e4hrenden Frust oder Hilflosigkeit \u2013 hat man als Mensch erst einmal verstanden, WIE und ggf. in welchem Ausma\u00df ein eigenes Umdenken stattfinden muss. Danach wird zwar aus dem fr\u00fcheren Frust nicht immer auch automatisch eine Lust, aber ein tiefes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Triebe des Hundes und f\u00fcr ein Paralleluniversum an alternativen Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten. Sie alle sind in der Regel \u201esecond best\u201c Alternativen f\u00fcr den Hund (jedenfalls im direkten Vergleich zum selbstbelohnenden jeweiligen Triebverhalten); aber wo es keine \u201enat\u00fcrliche\u201c Verwendung mehr f\u00fcr eine Spezialistenrasse gibt, sollte der Mensch mehr tun, als nur jammern.<br \/>\nZugegeben, auch ich habe mir zu DEM Zeitpunkt, wo es angemessen gewesen w\u00e4re, keine Gedanken gemacht. Sie (meine Podenco-Mix-H\u00fcndin aus dem S\u00fcden) war mein Pflegehund, sehr jung, sehr niedlich, sehr krank. Sie wurde auf- und verp\u00e4ppelt und hoch gelobt, als sie mit 9 Wochen meinen Garten entmauste und den Maulw\u00fcrfen das F\u00fcrchten lehrte. Dass sie mit 9 \u00bd Wochen den M\u00e4usesprung bereits perfektioniert hatte und jeder Sprung ohne Fehlversuch mit einem gebrochenen M\u00e4usegenick endete, lies mich nicht wirklich aufhorchen. Als sie sp\u00e4ter ihr Beuterepertoire um die (l\u00e4stigen) Tauben im Garten erweiterte, war ich \u201eeigentlich\u201c sehr zufrieden mit ihr. Mit zunehmenden Alter gab es dann f\u00fcr meine H\u00fcndin nur noch eines: Jagen! Und f\u00fcr mich die Erkenntnis und sp\u00e4te Einsicht, dass \u201eJagdhund\u201c nicht gleich \u201eJagdhund\u201c ist\u2026.<\/p>\n<p><span style=\"color: #663300; font-family: Arial Black; font-size: x-large;\">\u201eJagen\u201c und \u201eJagen!\u201c &#8211; <\/span><span style=\"color: #663300; font-family: Arial Black; font-size: small;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"color: #663300; font-family: Arial Black; font-size: large;\">der Unterschied liegt in den Anforderungen an den Halter<\/span><\/p>\n<p>\u201eJagen\u201c kommt einem Oberbegriff gleich, der sich aus verschiedenen Sequenzen zusammensetzt. Hierzu z\u00e4hlen das Aufsp\u00fcren (mit den Augen, Ohren oder Nase oder einem \u201eMix\u201c aus diesen drei M\u00f6glichkeiten), Fixieren, Anpirschen, Hetzen, Packen, T\u00f6ten und Fressen\/Zerrei\u00dfen.<br \/>\nViele Jagdhunderassen sind Spezialisten f\u00fcr eine oder mehrere Jagdsequenzen; die Schwerpunkte der einzelnen Rassen sind in der FCI in folgende Gruppen unterteilt: z.B. Schwei\u00dfhunde, Apportierhunde, St\u00f6berhunde, Vorstehhunde und Hetzhunde. So liegt z.B. der rassetypische \u201eJagd\u201c-Schwerpunkt bei einem Golden Retriever auf den Sequenzen \u201eAufsp\u00fcren\u201c und \u201ePacken\u201c; beim Schwei\u00dfhund prim\u00e4r auf der Sequenz \u201eAufsp\u00fcren\u201c, der St\u00f6berhund sp\u00fcrt auf und hetzt (treibt zur\u00fcck), der Vorstehhund sp\u00fcrt auf und fixiert\/zeigt an (verharrt) und die Hetzhunde (in der Regel Sichtj\u00e4ger) werden unterteilt in solche, die ALLE Jagdsequenzen vollst\u00e4ndig zeigen und jene, bei denen das \u201ePacken\u201c (aber nicht das T\u00f6ten) die letzte gezeigte Sequenz darstellt. H\u00fctehunde sind \u00fcbrigens oftmals ebenfalls begnadete J\u00e4ger\u2026 was nicht verwundert, denn was sie \u201eberufsm\u00e4\u00dfig\u201c beherrschen m\u00fcssen, sind alle Jagdsequenzen bis auf das T\u00f6ten.<br \/>\nJe mehr Jagdsequenzen ein Hund zeigt (insbesondere, wenn zu ihnen die letzteren &#8211; das Hetzen\/Packen\/T\u00f6ten &#8211; geh\u00f6rt), und je \u201etriebiger\u201c er dabei ist, desto anspruchsvoller wird die Kontrolle des Jagdtriebes durch den Halter. Bei einem St\u00f6berhund hat man noch gen\u00fcgend Zeit, ein Verhalten zu unterbrechen (falls man als Halter \u201eim Ansatz\u201c zu sp\u00e4t ist); ein Sichtj\u00e4ger, der innerhalb einer Nanosekunde durchstartet, l\u00e4\u00dft einem Halter in dieser Hinsicht 0,0 Sekunden Spielraum\u2026<br \/>\nJede Sequenz des Jagdtriebes stellt ein selbstbelohnendes Verhalten f\u00fcr den Hund dar. Der K\u00f6rper produziert vermehrt Adrenalin und Endorphine (\u201eGl\u00fcckhormone\u201c). Das Adrenalin bewirkt u.a. auch, dass der Hund seinen ganzen Fokus auf eine Handlung (hier: jagen) verlegt; andere Reize (Stimme des Halters etc.) gar nicht mehr wahrnehmen KANN, dazu \u2013 ebenfalls eine Nebenwirkung des Adrenalins \u2013 schmerzunempfindlicher wird (keine schmerzende Pfote, kein Dornenbusch kein Stacheldrahtzaun bremst seinen Jagdeifer), w\u00e4hrend die Endorphine ihm gleichzeitig ein \u201eWohlgef\u00fchl\u201c vermitteln. Ein \u2013 f\u00fcr den Halter \u2013 sehr ungl\u00fcckseliger \u201eBotenstoff-Cocktail\u201c, denn einmal im Jagdfieber, ist ein Hund kaum noch kontrollierbar. Umso unlogischer erscheint es dem Hund daher, dieses \u201eWellness-Feeling\u201c verboten zu bekommen; umso mehr wird er Verbote ignorieren und sich auch nicht durch Strafen davon abhalten lassen. Mit einem ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten \u201eschlechten Gewissen\u201c kommt der Hund niemals von der Jagd zur\u00fcck\u2026 hier zeigt sich bereits bei dieser \u201eEinsch\u00e4tzung\u201c, wie wenig so mancher Hundehalter Hunde im Allgemeinen und seinen Hund im Besonderen versteht.<br \/>\nZum ebenfalls unangebrachten Verst\u00e4ndnis geh\u00f6rt leider heute immer noch, nur solche Verhaltensweisen des Hundes \u201eabstellen\u201c zu wollen, die den Hundehalter st\u00f6ren. Jagt er Nachbars Katze aus dem eigenen Garten, darf er das; wird ggf. noch gelobt; h\u00f6rt er auf dem Spaziergang nicht und jagt die Enten, wird er bestraft. Gleiches gilt f\u00fcr viele grunds\u00e4tzliche Sequenzen aus dem Jagdfunktionskreis; Schn\u00fcffeln als Mittel des Aufsp\u00fcrens (da darf z.B. der Hund, im eigenen Garten sich selbst \u00fcberlassen, s\u00e4mtliche Katzen-, Hasen- und Eichh\u00f6rnchenspuren \u201enachsuchen\u201c \u2013 den Halter st\u00f6rt\u00b4s nicht; schlie\u00dflich ist das Grundst\u00fcck eingez\u00e4unt). Drau\u00dfen soll der Hund aber weder \u201edas\u201c d\u00fcrfen bzw. tun noch eine Erwartungshaltung aufbauen (Stichwort: \u201eer ist immer hibbelig\u2026\u201c) &#8211; soooo unlogisch f\u00fcr einen Hund! Und soooo bequem f\u00fcr den Halter: da besch\u00e4ftigt sich der Hund einerseits in Eigenregie zwischen 14.00 und 15.00 h im Garten und auf den Spazierg\u00e4ngen zwischen 16.00 \u2013 18.00 h beklagt man sich \u00fcber die mangelnde Aufmerksamkeit und Kooperationsbereitschaft des Hundes gegen\u00fcber seinem Halter.<br \/>\nUnd da sind wir auch schon wieder bei den \u2013 grunds\u00e4tzlich &#8211; gehobenen Anspr\u00fcchen an Liebhaber und Besitzer von Jagdhundrassen. Es ist beileibe nicht damit getan, dem Hund gegen\u00fcber st\u00e4ndig Verbote auszusprechen, oder ihn mit den so gerne benutzten \u201eHilfsmitteln\u201c zu traktieren. Triebe lassen sich nicht verbieten, nur \u201ebrechen\u201c \u2013 und dies scheint so manchen Hundehalter nicht zu st\u00f6ren, w\u00e4hrend er eine Stunde sp\u00e4ter am Telefon oder in einem x-beliebigen Forum wieder zu Protokoll gibt, wie sehr er seinen Hund liebt. Tierliebe und Gewalt \u2013 ein Paar, das sich schnellstm\u00f6glich scheiden lassen sollte!<br \/>\nDen Jagdtrieb seines Hundes erfolgreich zu h\u00e4ndeln bedeutet mitunter ein rigoroses Umdenken von einem bisherigen 08\/15-Hundeverst\u00e4ndnis. Insbesondere ist es ein Abschied von einem menschlich-liebgewonnenen \u201eRaum &amp; Zeit\u201c-Denken: \u201ewir \u00fcben immer von 13.-14.00 h\u201c oder\u2026 \u201emittwochs sind wir immer in der Anti-Jagd-Gruppe\u2026\u201c oder \u201ehier, im Haus, ist es nicht schlimm, wenn er die Fische im Aquarium fixiert.\u201c<br \/>\nDem Hund sind \u00d6rtlichkeiten und Uhrzeit v\u00f6llig schnuppe \u2013 er jagt, wenn sich die Situation ergibt \u2013 egal wo und wann: an einer vielbefahrenen Stra\u00dfe ebenso wie in einem Waldst\u00fcck; um 14.00 h genauso wie um 01.30 h; montags wie auch sonntags nachmittags; von langer \u201eHand\u201c vorbereitet, sofern er entsprechend lange schn\u00fcffeln oder fixieren konnte wie auch \u201espontan\u201c aus einem Sekundenimpuls heraus. Beginnt man sich als Hundehalter erst Gedanken zu machen, wenn der eigene Hund im Jagdfieber an der Leine zerrt und jault oder nur noch von hinten zu sehen ist, kommt man Lichtjahre zu sp\u00e4t \u2013 aus Hundesicht.<br \/>\nIm Praxisalltag habe ich mehr und mehr den Eindruck, \u201ejagende\u201c Hunde rangieren auf Platz 2 der \u201ewir-suchen-ein-neues-Zuhause\u201c-Kandidaten, nur getoppt von den vermeintlich \u201eaggressiven\u201c\u2026. Selbst wenn Halter mit einem entsprechenden Training verstehen und sehen, wie sich der Hund zu (ihrem) Vorteil ver\u00e4ndert, reicht dies oftmals nicht f\u00fcr den Hund, um sein Zuhause auch zu behalten. Denn dem Verst\u00e4ndnis dar\u00fcber, WIE man einen Jagdtrieb umlenkt und kontrolliert, folgt die Ern\u00fcchterung, WAS dies zun\u00e4chst an einer Verhaltensver\u00e4nderung seitens des HALTERS erfordert:<br \/>\nKein Spaziergang\u2026<\/p>\n<p>* ohne dass der Hund entweder \u201egearbeitet\u201c wird oder sich in einer \u201eRuhephase\u201c befindet \u2013 solange, bis der Hund jederzeit unter einer verl\u00e4sslichen Impulskontrolle steht.<br \/>\n* mit anderen, jagdlich motivierten Hunden, auch wenn diese nicht\/nie \u201eErnst\u201c machen. Es reicht, wenn der eigene \u201eJ\u00e4ger\u201c noch so leichte Jagdsequenzen im Verhalten<\/p>\n<p>seiner Artgenossen erkennt, um Trieb aufzubauen (Stichwort: Meuteverhalten). Schlie\u00dflich geht man ja auch nicht mit einem Alkoholiker auf Entzug in die n\u00e4chste Kneipe<br \/>\ngetreu dem Motto: gucken\u2026 ja! Trinken\u2026 jein, aber nur einen!<\/p>\n<p>Kein \u201esich den Hund selbst \u00fcberlassen\u201c \u2026<\/p>\n<p>* im Garten, wenn es dort vor interessanten Spuren nur so wimmelt.<br \/>\n* im Haus, falls es dort \u201eBeuteobjekte\u201c in Form von Katzen, Kaninchen etc. gibt.<\/p>\n<p>Ist aus dem unkontrollierten Jagdtrieb nunmehr ein kontrollierter geworden, zeigt sich der Hund auch angesichts von Reizausl\u00f6sern entspannt und am Halter orientiert, kann sich der Halter dennoch nicht einem gewissen \u201eManagement\u201c im Umgang mit dem Hund entziehen. Ruht er sich zu fr\u00fch auf seinen Lorbeeren aus, w\u00fcrde der Hund in das (Trieb)Verhalten zur\u00fcckfallen, welches ihn \u201egenetisch\u201c auszeichnet: den Jagdtrieb. Verhaltensumlenkung bedeutet, dass \u2013 solange der Halter in der Lage ist, die \u201eGegenkonditionierung\u201c zu festigen \u2013 der Hund kontrollierbar bleibt. Vernachl\u00e4ssigt der Halter die Festigung des erarbeiteten erw\u00fcnschten Verhaltens, wird der Hund \u00fcber kurz oder lang wieder in sein altes Verhaltensmuster zur\u00fcckfallen. \u201eVon alleine\u201c gibt sich kein Hund mit einer \u201esecond best\u201c Alternative zufrieden, wenn ihm permanent der Jackpot winkt\u2026. Leidgeplagte Jagdhundebesitzer k\u00f6nnen ein wehleidiges Liedchen davon singen; eine spontane oder un\u00fcberlegte Entscheidung f\u00fcr einen \u201es\u00fc\u00dfen Jagdhundmix\u201c fordert dem Halter mitunter die n\u00e4chsten 15 Jahre eine Eigenleistung ab, mit der er in dieser Form niemals gerechnet hat. Er wollte vielleicht nur einen Hund, der ihn freudig beim Joggen begleitet\u2026<\/p>\n<p><span style=\"color: #663300; font-family: Arial Black; font-size: x-large;\">\u2026 und \u201eJ\u00e4ger\u201c ist nicht gleich \u201eJ\u00e4ger\u201c.<\/span><\/p>\n<p>Nicht jeder Jagdhund jagt! Ausnahmen k\u00f6nnen jederzeit die Regel best\u00e4tigen; sind aber gerade deshalb nicht automatisch die Norm. Nur weil Nachbars Galgo nicht jagt, jagt DER GALGO grunds\u00e4tzlich immer noch. A propos Galgo bzw. Jagdhund z.B. aus dem Ausland. Immer wieder liest man in den Vermittlungstexten so mancher Tierschutzorganisation, dass der Jagdhund X, derzeit noch im Ausland, nur deshalb ein neues Zuhause sucht, weil er \u201ezur Jagd nicht taugt\u201c. Ein Trugschluss zu glauben, dass dies gleichbedeutend ist mit \u201eder jagt nicht!\u201c. Lediglich erf\u00fcllt er die Anforderungen der \u00f6rtlichen J\u00e4ger nicht; ist z.B. nicht schnell genug, um das Kaninchen zu fangen oder bringt es zwar erlegt, aber nicht unbesch\u00e4digt (zerrei\u00dft\/frisst es nach dem T\u00f6ten) zur\u00fcck \u2013 ein generelles Ausschlu\u00dfkriterium f\u00fcr die meisten J\u00e4ger. Dennoch\u2026 \u201ejagen\u201c wird er &#8211; ob er den Hasen am Ende tats\u00e4chlich f\u00e4ngt, ist dann im Alltag in Deutschland nicht mehr wirklich entscheidend, weder f\u00fcr den Hund, noch f\u00fcr den \u00fcberraschten Halter. Der Hund wurde zwar vermittelt\/adoptiert unter der Pr\u00e4misse \u201egekommen, um zu bleiben\u201c, aber so mancher Halter \u2013 sobald gewahr der Jageslust seines Hundes \u2013 f\u00fchlte sich wohl eher an eine verh\u00e4ngnisvolle Aff\u00e4re erinnert. Hetz- und Jagdleidenschaft des eigenen Hundes und Dauerfrust des Halters: oftmals ein Paar wie Karies und Zahnschmerzen.<br \/>\nBevor man nun alle Jagdhunde \u00fcber einen Kamm schert, hilft oftmals ein Blick in die Ahnentafel: wie ist die Rasse XY entstanden, welche Wesensschwerpunkte wurden hier \u2013 durch Verpaarung &#8211; urspr\u00fcnglich gesetzt und aus welchem Grund bzw. mit welchem Ziel? Es gibt Jagdhunderassen, die als ausgesprochen sozialvertr\u00e4glich gelten (in der Regel solche, die f\u00fcr die Jagd in der Meute gez\u00fcchtet wurden, z.B. Beagle, Bracken etc.); andere hingegen besitzen einen nicht zu untersch\u00e4tzenden Schutztrieb (z.B. Weimaraner) oder sind autarke Solit\u00e4rj\u00e4ger mit wenig Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Jagdkonkurrenten (z.B. Terrier).<\/p>\n<p>Die \u00fcberlegte Auswahl ist die beste Vorbeugung<br \/>\nDie beste Vorbeugung vor einem Fehlgriff bei der Auswahl der \u201epassenden\u201c Rasse sind breitgef\u00e4cherte Informationsquellen mit unterschiedlichen Sichtweisen bzw. Erfahrungsakzenten. Halter solcher Rassen einerseits und ihre Erfahrungen; seri\u00f6se Z\u00fcchter (die unaufgefordert auch die anspruchsvollen Seiten ihrer Rasse nennen und damit verbundene m\u00f6gliche Schwierigkeiten im Alltag); die \u201ein-not\u201c- rassespezifischen Tierschutzseiten, die es fast f\u00fcr jede Rasse gibt und die einen ersten Aufschluss dar\u00fcber geben, welcher Abgabegrund diese Rasse eint.<br \/>\nDer Jagdtrieb eines Hundes ist der am meisten untersch\u00e4tzte Wesenszug eines Hundes; oftmals konkurriert er mit der niedlichen Optik (z.B. Border Collie), der handlichen Gr\u00f6\u00dfe (z.B. Jack-Russel-Terrier) oder dem ansonsten sehr pflegeleichten, geduldigen Wesen (z.B. Beagle) einer Rasse. Falls Sie sich nun wundern \u00fcber das \u201ein einen Topf werfen\u201c von H\u00fcte- und Jagdhunden\u2026 dann vergessen Sie bitte nicht, dass H\u00fcten nichts anderes ist als Jagen. Alle Jagdsequenzen, bis auf das T\u00f6ten, sind auch im H\u00fcteverhalten hinterlegt und ein Border Collie oder Australian Shepherd ist oftmals ein begnadeter und gnadenloser J\u00e4ger vor dem Herrn (wenn man nicht rechtzeitig, sprich: von Anfang an, daran arbeitet, weder unkontrolliertes H\u00fcten noch Jagen zu dulden).<br \/>\nViele Halter untersch\u00e4tzen den Aufwand und insbesondere die Konsequenz, der es bedarf, um zuverl\u00e4ssig einen Jagdtrieb umzulenken bzw. zu kontrollieren. Mit \u201ewir-gehen-zweimal-die-Woche-in-die-Hundeschule\u201c oder \u201ewir-machen-aber-Agiltiy-zum-Ausgleich\u201c ist es oftmals nicht getan. In freier \u201eWildbahn\u201c (also auf den Spazierg\u00e4ngen in Wald und Flur) gelten andere Regeln aus Hundesicht und dass der jagdlich veranlagte Hund X ein Top-Agility-Kandidat ist, hei\u00dft noch lange nicht, dass er \u201emal eben\u201c das Jagen unterl\u00e4sst oder sich JEDERZEIT (egal, ob der 1. oder 10. Hase vorbei hoppelt; egal, ob er nur sichtet oder bereits zum Hetzen ansetzt) am Halter orientiert und \u00fcber eine zuverl\u00e4ssige Impulskontrolle verf\u00fcgt.<br \/>\nKonsequentes Verhalten zu zeigen f\u00e4llt meistens deshalb vielen Hundehaltern so schwer, weil sich dieses bei einem jagdtriebigen Hund eben nicht nur auf die Spazierg\u00e4nge bezieht. Es gilt IMMER, wenn entsprechende Reizausl\u00f6ser pr\u00e4sent sind; dies k\u00f6nnen V\u00f6gel sein, Katzen oder Eichh\u00f6rnchen, eben Tiere, die man nicht nur im Wald trifft, sondern auf die man an jeder Stra\u00dfenecke, an jeder Hecke treffen kann, oder im eigenen Garten\u2026 oder als weitere Haustiere h\u00e4lt. Bei H\u00fctehunden erweitert sich dieses Reizausl\u00f6ser-Repertoire auch ganz schnell um generelle Bewegungsreize: spielende Kinder, Jogger, Fahrradfahrer&#8230; Konsequenz bekommt dann ganz schnell die Bedeutung einer \u201eAllgegenw\u00e4rtigkeit\u201c, die viele Halter \u00fcberfordert.<br \/>\nViele (Jagd)Hunde bezahlen ihre \u201ePers\u00f6nlichkeit\u201c mit dem Tod (s. auch die traurigen Folgen eines untersch\u00e4tzten Jagdtriebes der H\u00fcndin Leika bestenfalls mit einem tristen und unterforderten Leben an der Leine (da die wenigstens Halter bereit sind, AN der Leine ein interessantes und abwechslungsreiches Aufgabenprogramm f\u00fcr ihren Hund zu gestalten) oder einer Abgabe mit dem wenig einsichtigen Grund des Halters \u201eda kann MAN nichts machen\u2026 der will nur jagen\u201c. Leider gibt es \u00fcber die unendliche Vielzahl der t\u00f6dlichen Unf\u00e4lle, der entlaufenen und vermissten Hunde oder der Abgabehunde kaum \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche, ehrliche und ausf\u00fchrliche Berichte, so dass die Anspr\u00fcche solcher Hunde, die Folgen von mangelnder Konsequenz oder der eigenen \u00dcbersch\u00e4tzung der Halter nicht als unabh\u00e4ngige \u201eInformationsquelle\u201c zur Verf\u00fcgung stehen. So mancher Hundehalter h\u00e4tte sich zweifelsohne gegen die Rasse X oder Y entschieden, h\u00e4tte er die M\u00f6glichkeit gehabt, sich die Sonnen- und Schattenseiten des rassetypischen Verhaltens aus erster Hand einmal vor Augen zu f\u00fchren.<br \/>\nWenn SIE gerne einen jagdlich motivierten Hund aufnehmen m\u00f6chten, informieren Sie sich VORHER sehr genau \u00fcber die Anspr\u00fcche dieses Hundes, dieser Rasse. Es gibt nichts Sch\u00f6neres, als die n\u00e4chsten 10 \u2013 15 Jahre eine gegenseitig erf\u00fcllende und harmonische Mensch-Hund-Beziehung zu f\u00fchren, frei von \u201est\u00f6renden\u201c Wesenseinfl\u00fcssen und \u201eja, aber\u2026\u201c \u2013 Gejammer.<br \/>\nJagdhunde sind wunderbare Hunde mit vielen sehr positiven Eigenschaften. Manche davon muss man als Halter zu nehmen und zu nutzen wissen, damit man sie als positiv auch sch\u00e4tzen lernt\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jagdlust &#8211; Halterfrust oder&#8230; KOMM!JETZT!ENDLICH!HIER! Autor: Martina Wald, Hundehilfe Eifel, im M\u00e4rz 2010. Dieser Text ist durch Copyright gesch\u00fctzt. Keine Vervielf\u00e4ltigung ohne schriftlich Genehmigung des Autors gestattet. Wir danken Martina f\u00fcr die Genehmigung) Als stolze Besitzerin einer h\u00f6chst jagdtriebigen Podenco-Mix-H\u00fcndin habe ich mich vor einigen Jahren eingereiht in die Riege leidgeplagter Hundehalter \u2013 meine Sympathie &hellip; <a href=\"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/?p=179\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Jagdlust &#8211; Halterfrust oder&#8230; KOMM!JETZT!ENDLICH!HIER!<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[31],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/179"}],"collection":[{"href":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=179"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/179\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":486,"href":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/179\/revisions\/486"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/tierhilfe-alf.de\/ALF\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}